Angekommen ist letzte Woche ein ganz wunderbares Päckchen von meiner Schwester Karo aus der Schweiz. Eigentlich war es ja ein Weihnachtspäckchen-aber an Weihnachten war ich ja sowieso nicht da. Umso mehr habe ich mich jetzt über die verspäteten Weihnachtsgrüße gefreut! Ich hatte auch ganz großes Glück: Ich musste keinen Shilling Steuern zahlen! Somit war es tatsächlich ein richtiges Geschenk :-) Der Weihnachtsmann hat leider auf der Reise ein Poly-Trauma erlitten, aber wie hat Karo gesagt? "Du sollst den ja auch aufessen und nicht hinstellen!". Hinstellen könnte ich ihn sowieso gerade nicht, denn bei täglichen 30° würde er wohl dahinschmelzen...also habe ich den Rat meiner Schwester befolgt. Lecker wars.
Gegangen ist heute nach langem hin und her Tabea - meine Projektpartnerin.
Sie war seit November krank und ihr Körper hat sich nicht mehr erholt. Gestern hat sie die letzten Sachen aus Misyani abgeholt und heute fliegt sie zurück nach hause.
Jetzt ist es also sicher, dass ich erstmal alleine in Misyani bin, aber vielleicht findet sich irgendwann noch jemand, der hier eingesetzt wird.
Eins steht allerdings fest: Das freigewordene Zimmer in das ich gestern Abend gleich umgezogen bin, gebe ich nicht mehr her! Ich habe jetzt ein richtiges Fenster und bekomme somit frische Luft von draußen. Seitdem schlafe ich nachts sogar mit einer Decke, denn es kühlt tatsächlich ab! In meinem vorherigen Zimmer hat die Luft die ganze Nacht gestanden und Lüften ging nur, während ich aufgepasst habe, dass keines der Hühner reingelaufen kommt und sein Geschäft verrichtet.
Arbeit gibt es jetzt auch ausreichend. Morgens die drei Jungs zu waschen und anzuziehen ist ziemlich anstrengend. Vor allem, wenn sie morgens um 7.00 schon ohne Pause reden, singen und andere Geräusche machen und alle auf einmal dran sein wollen. Wenn sie erstmal in der Schule sind, komme ich aber recht gut zur Ruhe.
Nachmittags habe ich jetzt angefangen mit den Kleinen die Zahlen zu üben, denn ich musste leider feststellen, dass sie keine einzige Zahl erkennen! Bis 10 zählen können sie alle mehr oder weniger. Aber Dinge zählen und die Nummern erkennen kann keiner. Vom Schreiben ganz zu schweigen.
Der Grund dafür ist leider offensichtlich: In ihrer Klasse bleiben die drei meistens außen vor. Die Lehrerin ist mit ihrer vollen Klasse und den zusätzlich vier geistig eingeschränkten Kindern (wir haben auch noch ein neues Mädchen bekommen, die sich selbst wäscht und anzieht, jedoch trotzdem nicht sprechen oder lesen kann) überfordert. Darum sitzen sie oft abseits und beschäftigen sich selbst.
Einer soll nächstes Jahr in die 1. Klasse gehen. Das bedeutet für mich viel Arbeit mit ihm! Bisher weigert er sich noch einen Stift in die Hand zu nehmen. Mal sehen, was sich mit ihm erreichen lässt.
Donnerstag, 26. Januar 2012
Dienstag, 10. Januar 2012
Zurück zum Wesentlichen
Irgendwann muss der Urlaub auch mal vorbei sein - leider.
Nach der Besteigung des Mount Kenya und einer Silvesterfeier, bei der barfuß im Sand getanzt wurde, gab es noch ein paar Tage an der Südkuste zur Erholung.
Zurück in Nairobi traf ich Tabea wieder, die ihre letzten Urlaubstage mit ihrer Mutter verbracht und unter anderem das Small Home besucht hat.
Sie erzählte mir, dass wir einige neue Kinder bekommen haben. Ein Junge, der geistig behindert ist und gewickelt werden muss und 2 Mädchen, über die sie mir nur sagen konnte, dass sie noch in der Nursery school sind und eine von ihnen auch geistig behindert ist. Es sah also so aus, als würde einiges an Arbeit dazu kommen. Mussten wir im letzten Quartal 2 Kinder wickeln, würden es jetzt mindestens 3 sein. Und Wäsche waschen mussten wir bisher für 3 Kinder, jetzt wird es die von mindestens 4, vielleicht von 5 Kindern. Außerdem sind alle Nursery-Kinder ab dem Mittagessen zu hause und sorgen für einen ordentlichen Geräuschpegel. Dafür gibt es nun also auch Verstärkung.
Meine Verstärkung dagegen (Tabea), hatte bis vor ein paar Tagen immernoch Typhus. Jetzt ist ihr Körper und ihr Immunsystem von den vielen Medikamenten so sehr geschwächt, dass sie lauter neue gesundheitliche Probleme bekommen hat. CIVS und IJGD erlauben ihr natürlich so nicht wieder zur Arbeit zu gehen. Und ob sie wieder hierher kommen kann, steht noch in den Sternen.
Die Erfahrung des letzten Quartals haben uns gezeigt, dass die hygienischen Verhältnisse in Misyani nicht die besten sind und natürlich ist die Keimbelastung wesentlich höher, wenn man von früh bis spät Kontakt zu den Kindern hat. Auch das Handhaben von Windeln und das Waschen der Wäsche, in der natürlich auch Stuhl und Urin landen ist nicht gerade förderlich, wenn man gesundheitlich angeschlagen ist.
Gespräche mit CIVS haben ergeben, dass uns jetzt 2 mal im Monat ein freies Wochenende zusteht, an dem wir kostenlos in Nairobi im Hostel übernachten können. Die Fahrtkosten und die Verpflegung müssen wir selbst tragen. Wenn wir weitere Tage richtig frei haben wollen, müssen wir zahlen, denn solange man hier ist, beschäftigt man sich ja doch mit den Kindern.
Noch geprägt von den Erlebnissen zum Ende des letzten Terms, der Abreise von Felix und dem Rückblick auf die Ferien, hatte ich ziemliche Angst nach Misyani zurückzufahren. Ich schob die Abfahrt auch noch einen Tag hinaus-aber irgendwann musste ich ja los. Doch auf der Fahrt quälten mich immernoch die Sorgen, wie ich dort alleine klarkomme, wie wir die vielen Kinder morgens versorgen, wie ich mit den Wohnumständen zurechtkomme und ob ich dort nicht vor Einsamkeit eingehe, weil ich mit niemandem so richtig sprechen kann, wenn Tabea nicht da ist.
In Misyani angekommen begrüßte ich alle Kinder und fragte wie es zu hause war. Die meisten antworteten schüchtern, dass alles gut war...doch Mum und die größeren Mädels umarmten mich und erzählten mir, dass sie mich vermisst haben und dass die eine Woche, die sie schon ohne mich hier seien, ihnen wie ein ganzer Monat vorkam! Das hört man doch gerne.
Als ich in mein Zimmer kam und meine Sachen auspackte, hatte ich ein bischen das Gefühl, wie wenn man nach längerer Zeit auf Reisen nach hause kommt.
Am nächsten Morgen begann um 5:45 das erste mal der Kinder-Wasch-Marathon. Einer wurde bereits von einem der Mädchen entkleidet, als ich das Schlafzimmer betrat. Die anderen beiden verfrachtete ich erst einmal auf ihre Töpfchen. William-der Junge den ich noch nicht kannte-protestierte lautstark, ließ sich aber durch ein deutsches Kinderlied (ich weiß garnicht mehr was ich da vor Schreck angefangen habe zu singen), beruhigen. Während beide saßen konnte ich warmes Wasser holen um anschließend Spencer zu waschen und anzuziehen - dann war William dran. Waschen scheint er nicht so schlimm zu finden wie das Töpfchen. Nach kurzen Orientierungsschwierigkeiten in seinem Koffer hatte ich auch die passende Bekleidung gefunden und konnte ihn auch zum Frühstück schicken.
Die meisten Kinder waren bereits in der Schule, als ich fertig wurde. Aber die Nursery-School fängt zum Glück später an und so konnten beide noch in Ruhe ihr Frühstück verputzen.
Im Laufe des Vormittages stellte sich heraus, dass Spencer in den Ferien gelernt hat, tagsüber keine Windel mehr zu tragen. Er kam mehrfach aus der Schule nach hause um aufs Töpfchen zu gehen (Einen Tag später bestätigte hoffentlich eine Ausnahme die Regel, denn da war die Unterhose bereits voll, als er ankam. Wir werdn sehen.). Wenn das in Zukunft so klappt erspart uns das schon recht viel Arbeit.
Nach dem Frühstück wuschen Mum und ich die Kleidung der Kinder und dann kamen sie auch schon zum Porridge trinken nach hause.
Zum Mittagessen gab es eine weitere Überraschung: Nur noch ein Kind muss gefüttert werden! Das bekommt Spencer nun also auch mehr oder weniger hin. Ich bin erleichtert. So muss ich nur ein Kind füttern und kann anschließend selber essen. Natürlich gibt es Githeri (Bohnen und Mais).
Am Nachmittag spiele ich mit den 5 Nursery-Kindern, bis auch die Kinder der 1.-4. Klasse dazustoßen und eins der Mädchen mir sagt, dass die Schulleiterin mich ruft.
Wir besprechen den Ablauf des Schuljahres und was in nächster Zeit so passieren wird. Ich bitte sie uns bald einen Klempner zu schicken, denn die Toiletten bei den Jungs haben schon im letzten Term nicht funktioniert; die Wasserzufuhr zum Spülkasten der Mädchentoilette ist undicht und überflutet das Bad, bis der Tank auf dem Dach leer ist; in der Küche funktioniert der Abfluss nicht und alles Wasser, dass eigentlich durch eine Leitung die Küche verlassen soll, landet in einer Schüssel unter dem Waschbecken. Sie sieht ein, dass es so nicht bleiben kann, teilt mir aber auch gleich mit, dass wahrscheinlich nicht genug Geld für die Reperaturen da ist.
Bei einem weiteren Wunsch meinerseits ist sie jedoch begeistert. Ich habe gefragt, ob ich einen leeren Klassenraum benutzen kann, um mich dort mit unseren Kindern einzelnd in einer Art Therapie zu beschäftigen. Sie wollte gleich am nächsten Tag Kinder in eine Klasse schicken, um diese zu reinigen. Ich denke das ist noch nicht passiert, aber wenn ich noch einmal nachfrage, wird das bestimmt was. Vielleicht kann ich dann das ein oder andere mit den Kindern erreichen-auch wenn es viel Kreativität von mir verlangen wird, ohne Hilfsmittel auszukommen.
Eine Matratze und ein Tisch wären schonmal ein Anfang...ich bin selbst sehr gespannt, was mir einfällt und wie sich das ganze entwickelt.
Ein weiteres Thema ist unser Garten. Daniel, der Groundman (für Garten und Vieh zuständig) ist seit vor Weihnachten schwer krank und dementsprechend sieht der Garten aus.
Alles ist hochgeschossen und das Feld auf dem unser Sukuma Wiki wachsen sollte, ist voll von Kürbis-, Tomaten- und anderen Pflanzen. Das Sukuma ist dafür kaum noch vorhanden. Aber auch rundherum ist alles verwildert und muss nun dringend bereinigt werden. Bald soll neues Sukuma gepflanzt werden - solange müssen wir wohl jetzt Dengu (kleine, grüne Linsen) und Kohl essen.
Alles in allem habe ich den Eindruck, dass ich wieder hier angekommen bin. Es gibt neue Aufgaben und ich bin sehr gespannt, wie alles laufen wird.
P.S.
Ich möchte mich bei allen Lesern noch einmal für die lange Schreib-Pause entschuldigen und hoffe, dass ich jetzt wieder regelmäßiger zum Tippen komme. Außerdem wünsche ich allen, denen ich es noch nicht persönlich gesagt habe noch ein frohes neues Jahr!
Nach der Besteigung des Mount Kenya und einer Silvesterfeier, bei der barfuß im Sand getanzt wurde, gab es noch ein paar Tage an der Südkuste zur Erholung.
Zurück in Nairobi traf ich Tabea wieder, die ihre letzten Urlaubstage mit ihrer Mutter verbracht und unter anderem das Small Home besucht hat.
Sie erzählte mir, dass wir einige neue Kinder bekommen haben. Ein Junge, der geistig behindert ist und gewickelt werden muss und 2 Mädchen, über die sie mir nur sagen konnte, dass sie noch in der Nursery school sind und eine von ihnen auch geistig behindert ist. Es sah also so aus, als würde einiges an Arbeit dazu kommen. Mussten wir im letzten Quartal 2 Kinder wickeln, würden es jetzt mindestens 3 sein. Und Wäsche waschen mussten wir bisher für 3 Kinder, jetzt wird es die von mindestens 4, vielleicht von 5 Kindern. Außerdem sind alle Nursery-Kinder ab dem Mittagessen zu hause und sorgen für einen ordentlichen Geräuschpegel. Dafür gibt es nun also auch Verstärkung.
Meine Verstärkung dagegen (Tabea), hatte bis vor ein paar Tagen immernoch Typhus. Jetzt ist ihr Körper und ihr Immunsystem von den vielen Medikamenten so sehr geschwächt, dass sie lauter neue gesundheitliche Probleme bekommen hat. CIVS und IJGD erlauben ihr natürlich so nicht wieder zur Arbeit zu gehen. Und ob sie wieder hierher kommen kann, steht noch in den Sternen.
Die Erfahrung des letzten Quartals haben uns gezeigt, dass die hygienischen Verhältnisse in Misyani nicht die besten sind und natürlich ist die Keimbelastung wesentlich höher, wenn man von früh bis spät Kontakt zu den Kindern hat. Auch das Handhaben von Windeln und das Waschen der Wäsche, in der natürlich auch Stuhl und Urin landen ist nicht gerade förderlich, wenn man gesundheitlich angeschlagen ist.
Gespräche mit CIVS haben ergeben, dass uns jetzt 2 mal im Monat ein freies Wochenende zusteht, an dem wir kostenlos in Nairobi im Hostel übernachten können. Die Fahrtkosten und die Verpflegung müssen wir selbst tragen. Wenn wir weitere Tage richtig frei haben wollen, müssen wir zahlen, denn solange man hier ist, beschäftigt man sich ja doch mit den Kindern.
Noch geprägt von den Erlebnissen zum Ende des letzten Terms, der Abreise von Felix und dem Rückblick auf die Ferien, hatte ich ziemliche Angst nach Misyani zurückzufahren. Ich schob die Abfahrt auch noch einen Tag hinaus-aber irgendwann musste ich ja los. Doch auf der Fahrt quälten mich immernoch die Sorgen, wie ich dort alleine klarkomme, wie wir die vielen Kinder morgens versorgen, wie ich mit den Wohnumständen zurechtkomme und ob ich dort nicht vor Einsamkeit eingehe, weil ich mit niemandem so richtig sprechen kann, wenn Tabea nicht da ist.
In Misyani angekommen begrüßte ich alle Kinder und fragte wie es zu hause war. Die meisten antworteten schüchtern, dass alles gut war...doch Mum und die größeren Mädels umarmten mich und erzählten mir, dass sie mich vermisst haben und dass die eine Woche, die sie schon ohne mich hier seien, ihnen wie ein ganzer Monat vorkam! Das hört man doch gerne.
Als ich in mein Zimmer kam und meine Sachen auspackte, hatte ich ein bischen das Gefühl, wie wenn man nach längerer Zeit auf Reisen nach hause kommt.
Am nächsten Morgen begann um 5:45 das erste mal der Kinder-Wasch-Marathon. Einer wurde bereits von einem der Mädchen entkleidet, als ich das Schlafzimmer betrat. Die anderen beiden verfrachtete ich erst einmal auf ihre Töpfchen. William-der Junge den ich noch nicht kannte-protestierte lautstark, ließ sich aber durch ein deutsches Kinderlied (ich weiß garnicht mehr was ich da vor Schreck angefangen habe zu singen), beruhigen. Während beide saßen konnte ich warmes Wasser holen um anschließend Spencer zu waschen und anzuziehen - dann war William dran. Waschen scheint er nicht so schlimm zu finden wie das Töpfchen. Nach kurzen Orientierungsschwierigkeiten in seinem Koffer hatte ich auch die passende Bekleidung gefunden und konnte ihn auch zum Frühstück schicken.
Die meisten Kinder waren bereits in der Schule, als ich fertig wurde. Aber die Nursery-School fängt zum Glück später an und so konnten beide noch in Ruhe ihr Frühstück verputzen.
Im Laufe des Vormittages stellte sich heraus, dass Spencer in den Ferien gelernt hat, tagsüber keine Windel mehr zu tragen. Er kam mehrfach aus der Schule nach hause um aufs Töpfchen zu gehen (Einen Tag später bestätigte hoffentlich eine Ausnahme die Regel, denn da war die Unterhose bereits voll, als er ankam. Wir werdn sehen.). Wenn das in Zukunft so klappt erspart uns das schon recht viel Arbeit.
Nach dem Frühstück wuschen Mum und ich die Kleidung der Kinder und dann kamen sie auch schon zum Porridge trinken nach hause.
Zum Mittagessen gab es eine weitere Überraschung: Nur noch ein Kind muss gefüttert werden! Das bekommt Spencer nun also auch mehr oder weniger hin. Ich bin erleichtert. So muss ich nur ein Kind füttern und kann anschließend selber essen. Natürlich gibt es Githeri (Bohnen und Mais).
Am Nachmittag spiele ich mit den 5 Nursery-Kindern, bis auch die Kinder der 1.-4. Klasse dazustoßen und eins der Mädchen mir sagt, dass die Schulleiterin mich ruft.
Wir besprechen den Ablauf des Schuljahres und was in nächster Zeit so passieren wird. Ich bitte sie uns bald einen Klempner zu schicken, denn die Toiletten bei den Jungs haben schon im letzten Term nicht funktioniert; die Wasserzufuhr zum Spülkasten der Mädchentoilette ist undicht und überflutet das Bad, bis der Tank auf dem Dach leer ist; in der Küche funktioniert der Abfluss nicht und alles Wasser, dass eigentlich durch eine Leitung die Küche verlassen soll, landet in einer Schüssel unter dem Waschbecken. Sie sieht ein, dass es so nicht bleiben kann, teilt mir aber auch gleich mit, dass wahrscheinlich nicht genug Geld für die Reperaturen da ist.
Bei einem weiteren Wunsch meinerseits ist sie jedoch begeistert. Ich habe gefragt, ob ich einen leeren Klassenraum benutzen kann, um mich dort mit unseren Kindern einzelnd in einer Art Therapie zu beschäftigen. Sie wollte gleich am nächsten Tag Kinder in eine Klasse schicken, um diese zu reinigen. Ich denke das ist noch nicht passiert, aber wenn ich noch einmal nachfrage, wird das bestimmt was. Vielleicht kann ich dann das ein oder andere mit den Kindern erreichen-auch wenn es viel Kreativität von mir verlangen wird, ohne Hilfsmittel auszukommen.
Eine Matratze und ein Tisch wären schonmal ein Anfang...ich bin selbst sehr gespannt, was mir einfällt und wie sich das ganze entwickelt.
Ein weiteres Thema ist unser Garten. Daniel, der Groundman (für Garten und Vieh zuständig) ist seit vor Weihnachten schwer krank und dementsprechend sieht der Garten aus.
Alles ist hochgeschossen und das Feld auf dem unser Sukuma Wiki wachsen sollte, ist voll von Kürbis-, Tomaten- und anderen Pflanzen. Das Sukuma ist dafür kaum noch vorhanden. Aber auch rundherum ist alles verwildert und muss nun dringend bereinigt werden. Bald soll neues Sukuma gepflanzt werden - solange müssen wir wohl jetzt Dengu (kleine, grüne Linsen) und Kohl essen.
Alles in allem habe ich den Eindruck, dass ich wieder hier angekommen bin. Es gibt neue Aufgaben und ich bin sehr gespannt, wie alles laufen wird.
P.S.
Ich möchte mich bei allen Lesern noch einmal für die lange Schreib-Pause entschuldigen und hoffe, dass ich jetzt wieder regelmäßiger zum Tippen komme. Außerdem wünsche ich allen, denen ich es noch nicht persönlich gesagt habe noch ein frohes neues Jahr!
Mittwoch, 14. Dezember 2011
Workcamp
Nachdem wir für 2 Tage den bisherigen Freiwilligendienst ausgewertet und nebenbei ein wenig den indischen Ozean genossen hatten, ging es für Tabea, Natalia, mich und einige Kurzzeit-Freiwillige weiter zum Workcamp. Da unser Projekt in den Schulferien gechlossen ist, mussten wir bis zu unserem Urlaub Mitte Dezember eine andere Aufgabe finden.
Und so fuhren wir am 27.12.2011 mit 2 vollen Kleinbussen nach Bogambera.
Das liegt in West-Kenya, im Land der Kuria. Bis nach Tansania braucht man von dort aus nur ca. 20 Minuten mit öffentlichen Verkehrsmitteln.
Unsere Aufgaben im Workcamp sollten sich eigentlich um die Aufklärung über FGM (Female Genital Mutilation = Weibliche Geschlechtsverstümmelung) drehen, da jedoch auch hier die Schulen geschlossen waren, rückte dies in den Hintergrund. Dennoch ist uns das Thema jeden Tag begegnet, denn das wunderschöne Bild der Landschaft, wurde für uns durch die Geschehnisse dieser Wochen getrübt. Alle drei Jahre finden hier feierliche Beschneidungen statt - von Mädchen und Jungen.
Gerade als wir dort waren, war es an der Zeit dafür. Jeden Tag begegneten wir feiernden Gruppen auf der Straße. Die beschnitten Kinder laufen in einer Reihe hintereinander, rundherum wird wild getanzt und gesungen. Die Schmerzen, die die Kinder beim Gehen aushalten müssen, gehören bei der ethnischen Gruppe der Kuria zum Erwachsenwerden dazu.
Die Jungs haben zum Erleichtern des Gehens eine Art Wanderstock in der Hand und tragen eine Baseballkappe, an die Freunde und Verwante Geld heften. Die Mädchen tragen bunte Hüte und einen Regenschirm. Alle haben Khangas um die Hüften gewickelt, denn Hosen wären jetzt für die Jungs unerträglich. Diese Outfits tragen die Kinder auch noch einige Tage nach der Beschneidung, wenn sie ihre Geldgeschenke in Limonade und Süßigkeiten investieren.
Am 2. Tag wurden wir vom Schulleiter in Bogambero zur Beschneidungsfeier seines Sohnes eingeladen, an der wir natürlich teilnahmen. Der Junge wurde im Krankenhaus unter hygienischen Bedingungen beschnitten-es sprach also moralisch nichts dagegen. An Feiern für Mädchen hätten wir natürlich nicht teilgenommen.
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| Der Sohn des Schulleiters, kurz vor erreichen des Hauses, wo manche Gäste auf ihn warten. Die meisten sind ihm jedoch entgegengelaufen und haben ihn tanzend und singend begleitet |
Neben der Thematik der FGM, die wir in Vorträgen und Besuchen bei Familien näher erläutert bekamen, haben wir auch körperlich gearbeitet. Es wurden Bäume gepflanzt und wir haben Backsteine hergestellt, die später zum Bau von neuen Waschräumen dienen sollen.
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| Zuerst musste jede Menge Erde lose gegraben werden. Dann wurden Löcher in die lockere Erde gemacht und anschließend Wasser hineingekippt |
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| Die Steine müssen aus einem gleichmäßigen Brei hergestellt werden, sonst halten sie nicht. Also stampften wir tagelang im Matsch herum, um immer wieder Erde und Wasser zu vermischen. |
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| Am Wochenende gab es Ausflüge in die Umgebung, z.B. zu den großen Felsblöcken, die ganz in der Nähe lagen und von denen aus man eine tolle Aussicht hatte |
Ein großer Teil des Tages musste aufgewendet werden, um Wasser und Feuerholz zu besorgen, denn wo wir wohnten gab es weder Strom noch fließendes Wasser. Zum Duschen wurden entweder der ca. 15 Gehminuten entfernte Fluss, oder eine ebenso weit entfernte Quelle aufgesucht. Genauso zum Kleidung waschen. Herrlich ist das, wenn man zum Klarspülen einfach die Jeans in die Strömung halten kann...nur um das Waschmittel, dass wir im Fluss hinterließen machte ich mir Sorgen. Das wurde also sparsamer als sonst verwendet und ich redete mir ein, dass es so vereinzelt nicht viel ausmacht. Ganz so rein wie die Wäsche, ist das Gewissen trotzdem nicht geworden.
Neben dem Arbeiten konnten wir uns auch interkulturell austauschen. Es waren Teilnehmer aus Deutschland, Österreich, Finnland, Japan, Holland und Kenia dabei. Jedes Land hatte einen Nationalitäts-Tag an dem es sich präsentieren konnte. Besonders Finnland und Kenia haben diesen Tag schön gestaltet und uns Einblicke in ihr Land gegeben. Unsere Japanerin versuchte Eierreis zu kochen (was nicht ganz gelang) und zog uns am Abend mit der eindrücklichen Erzählung, wie sie das katastrophale Erdbeben erlebt hat und wie es sich immernoch auf ihre Heimat auswirkt, in den Bann.
Abschließend kann ich zum Workcamp sagen, dass es mir sehr gut gefallen hat und, dass ich auch ohne Internet, Strom (Handies konnte man im Dorf an einer Autobatterie für 20 Cent aufladen lassen) und fließendes Wasser auskommen kann!
Einen Tag früher als die anderen fuhr ich mit dem Bus zurück nach Nairobi, denn am Tag der geplanten Rückreise, kam mein bestes und größtes Weihnachtsgeschenk mit dem Flugzeug in Nairobi an: Felix. Den wollte ich natürlich persönlich abholen, um mit ihm in den Weihnachtsurlaub zu starten.
Montag, 28. November 2011
Mambo statt Jambo
Der aufmerksame Blog-Leser wird sicher bemerkt haben, dass sie der Blog-Name geändert hat.
Damit hat es folgendes auf sich:
Seit ich Kiswahili lerne weiß ich, dass "Jambo" nicht die korrekte Begrüßung in Kenia ist. Übersetzt bedeutet es nämlich einfach nur: Sorge" und nicht wie gedacht "hallo".
Korrekt sagt man zu einer Person "Hujambo" und diese antwortet dann "Sijambo", in der Mehrzahl heißt es "Hamjambo" und als Antwort "Hatujambo". Übersetzt wird das mit: "Hast du keine Sorge?" Antwort: "Ich habe keine Sorge". Klingt kompliziert?!
Das fanden einige Touristen wohl auch und so haben die Leute einfach angefangen, die (durchaus bedeutsame, wie ich finde) Vorsilbe wegzulassen. So entstand das bekannte "Jambo", das ich als noch Unwissende auch für meinen Blognamen verwendet hatte.
Bisher habe ich mir gedacht, dass ich das trotzdem einfach so stehen lassen kann und es sicher keiner so genau nimmt mit der korrekten Begrüßung...bis ich zum Seminar an der Küste war. Am laufenden Band wird man dort als Weißer mit "Jambo" begrüßt. Wir haben natürlich korrekt mit "Sijambo" geantwortet, aber das wurde garnicht registriert. Die korrekten Formen, kennt man dort offenbar garnicht mehr.
Einige andere und ich haben uns darüber sehr geärgert und am Ende garnicht mehr zurück gegrüßt- wollten wir doch nicht als naive Touristen betrachtet werden.
Diese Erkenntnisse haben mich nun dazu bewegt den Namen zu ändern. Damit es nicht ganz so anders wird, habe ich mich für "Mambo" entschieden, was hauptsächlich von Jugendlichen und Junggebliebenen verwendet wird und meist mit "poa" (=cool) beantwortet wird.
Mittwoch, 23. November 2011
Abschied
Am Wochenenden hatten wir noch einmal Besuch aus Nairobi. Es war sehr schön und versüßte uns die letzten Tage in Misyani. Am Sonntag gab es für die Kinder eine kleine Abschiedsfeier. Es gab auf dem Feuer gebackenen Kuchen und jeder durfte eine Wunderkerze abbrennen und sich dabei etwas wünschen. Zum Schluss bekam jeder ein kleines Geschenk und die Kinder sangen ein Lied für uns. Wir fanden den Abschied sehr gelungen und die Kinder machten auch einen sehr zufriedenen Eindruck.
Als wir am anderen Tag unsere Taschen packten und alles, was im Heim bleiben sollte sorgfältig in Plastiktüten hüllten, standen plötzlich all unsere Kinder in den Zimmern. Vorher hatten sie sich nie hineingetraut. Man spürte förmlich, dass sie uns nicht so richtig gehen lassen wollten, aber auch dass sie neugierig auf die Fotos an den Wänden und die Sachen, die wir unseren Zimmern verstecken waren.
Samstag, 19. November 2011
Ende gut, alles gut?
Die letzten 2 Wochen in Misyani für dieses Schuljahr und auch für dieses Jahr, waren angebrochen. Ab dem 22.11. werden wir auf dem Weg an die Küste sein, wo unser erstes Evaluationsseminar von CIVS stattfinden wird.Anschließend wird die Schule schon geschlossen sein und somit auch dass Small Home. So langsam überlegen wir also, wie wir unseren Abschied von den Kindern gestalten wollen.
Am 08.11. begann dann eine kleine Odyssee. Tabea hatte nicht mehr nur (wie seit über einer Woche) Durchfall, sondern musste sich übergeben und hatte Fieber. Höchste Zeit, ein Krankenhaus aufzusuchen.
Das hatte ich Ende November auch schon hinter mir- leider ohne klare Diagnose, dafür mit einem großen Paket Antibiotika, Durchfall-Stopper und irgendwelcher anderen Pillen. Das Krankenhaus konnte ich ihr also nicht empfehlen. Also begleitete unsere Mum sie in ein privates Krankenhaus im mit dem Motorrad-Taxi 20 Minuten entfernten Kangundo. Gerade waren sie abgefahren, meldete sich mein Verdauungstrakt wieder.
Bauchschmerzen und Durchfall waren schlagartig wieder da. Aber es nützte ja nichts: Die Kinder waren alle zu hause, weil die 8.-Klässler ihre Abschlussprüfungen hatten und außer mir war niemand da. Also kämpfte ich mich mit vielen Unterbrechungen durch den Tag.
Am Nachmittag beschloss ich Tabea anzurufen und zu fragen, ob alles ok ist und ob sie wieder nach hause kommen...das Handy klingelte im Haus. Mum hatte ihr Telefon dabei und meinte, dass sie gleich nach hause kommen...das war dann ca. 1,5h später. Tabea teilte mir mit, dass sie die ganze Palette an Tropenkrankheiten auf einmal gebucht hat: Typhus, Würmer und evtl. Malaria. Letzteres wurde auf Verdacht, die ersten beiden mit Begründung behandelt. Der Ausflug hat nicht etwa, wie man es von Kenianischen Ärzten erwarten würde, so lange gedauert, weil sie so viel warten musste, sondern weil sie mehrere Infusionen bekam, währenddessen unterzuckerte und dadurch eine Art Schock erlitt der sie frieren und übermäßig zittern ließ, sodass man sie aus dem Zimmer raus in die Sonne tragen musste und ihr Cola zu trinken gab. Tabea wollte aber nicht dort bleiben (alleine schon, weil sie ihr Handy nicht dabei hatte und die Eltern sich natürlich Sorgen machten) und kam eben dann gegen 18 Uhr wieder hier an. Am nächsten Tag sollte sie zu einer weiteren Infusion noch einmal hin und auf Grund der Beschreibung des fabelhaften Zustandes dieser Klinik beschloss ich am nächsten Tag mitzukommen und die wahre Ursache für meinen Durchfall herauszufinden.
So traten wir gemeinsam die Reise mit dem Pikipiki nach Kangundo an (schlagendes Argument beim Preisaushandeln: "We are sick so don`t discuss and take us there for 150. Please."). Dort bekam sie ihre Infusion, ich eine echte Diagnose. Das Antibiotikum konnte nicht wirken, weil es sich um eine Protozoeninfektion handelte. Einzellige Parasiten, die sich nur von speziellen Medikamenten verjagen lassen...achja...und nebenbei hatte ich mir auch noch die typischste aller Krankheiten in Afrika eingefangen: Malaria. Eigentlich hätte ich darauf kommen können. Die abendlichen kopfschmerzen die mich eine Woche lang plagten und an einem Tag schon morgens da waren und bis zum Abend fast unerträglich wurden, samt Gelenkschmerzen führte ich auf zu wenig Schlaf, zu wenig Wasser und andere Bagatellen zurück.Malaria habe ich garnicht in Betracht gezogen-schließlich hatte ich kein Fieber. Nunja. Es war eben da, also wurde es behandelt.
Ich wurde also in Tabeas Nachbarbett verfrachtet und bekam gleich drei Infusionen. Eine mit dem Medikament gegen die Protozoen und Buscopan gegen Bauchschmerzen, eine mit Zuckerlösung damit nicht die nächste Patienten unterzuckert, und eine mit Kochsalzlösung. Das dauerte gute 3 Stunden in denen Arzt und Laborassistenten keine Hemmungen hatten zu fragen, ob der Freund in Deutschland wirklich der einzige ist, den man auf der ganzen Welt haben möchte (auf die Antwort "ja" erwiderte einer: "That`s a problem". Ich fand das Problem war da gerade ein ganz anderes). Irgendwann stellte ich mich schlafend und schlief dann tatsächlich ein.
Die Nebenwirkung des Medikamentes war, dass die Ohren sausen und bevor das nicht eintrite, wirke es nicht-so hat man es mir gesagt. Es wirkte ganz offensichtlich. Da es Tabea und mir nun abwechselnd hunde-elend ging und keine von uns beiden mehr in der Lage war, mit den Kindern umzugehen, beschlossen wir uns für einige Tage in Nairobi auszukurieren.
Da wir mit im Kinderheim wohnen, war das hier nämlich nicht möglich. Sobald man einen Fuß vor die Tür setzte um auf die Toilette zu gehen (oder zu rennen), hat man 2-3 Kinder bei sich, die Fragen stellen. Eigentlich ja lieb, dass sie sich Sorgen machen, aber nicht sehr hilfreich. Auch ist von morgens 5.30 bis abends 22.00 Uhr von Ruhe im Haus keine Spur. Da es keine Zimmerdecken gibt, bekommt man alles was passiert mit. Zum Glück gibt es das CIVS-hostel in dem wir uns dann von Samstag bis Dienstag erholten.
Dienstag, 1. November 2011
Es fliegt, krabbelt, kriecht...und stinkt
Seit es regnet beglücken uns immer mehr Tiere in unserem Heim.
Am Abend gibt es handgroße Motten, endlos viele fliegende Käfer, die nach einigen Stunden die Flügel verlieren und dann sterben, eine Art Käfer die sich so benimmt wie Maikäfer und auch sehr ähnlich aussieht und vereinzelt auch andere größere und kleinere Käfer. Wenn man am Morgen das Zimmer kehrt, hat man einen ganzen Käferfriedhof vor dem Besen liegen. In diesen Tagen, braucht man das Moskitonetz also nicht vorwiegend für Moskitos, sondern um sicherzugehen, dass die dicken Käfer einen nachts nicht anknabbern! (Spaß)
Kriechend oder krabbelnd bewegen sich unsere Lieblingshaustiere fort: Die Ratten. Schon länger haben wir den Eindruck, dass es immer mehr werden...eines Tages gab es einen Beweis dafür:
Tabea war für 5 Tage an der Küste und kam zurück. Am Abend wollte sie ins Bett gehen und schlug ihre Bettdecke zurück. Da gab es einen lauten Schrei und kurz darauf wusste ich auch warum! In ihrem Bett, unter der Decke hatte eine Rattenmutter beschlossen ihre Babies zur Welt zu bringen. Nackt und rosa lagen sie dort in alldem, was bei einer Geburt noch so anfällt...
Während unsere Jungs die Jungratten ihres Lebens beraubten und Tabea und Mum das Bett wieder benutzbar machten, gab es in meinem Zimmer eine weitere Entdeckung. Ich hatte mich gerade hingelegt, da kam so eine freche Ratte an und begann unter meinem Bett an irgendetwas zu knabbern. Schläge auf den Bettrahmen konnten sie nicht irritieren. Also verließ ich mein Zimmer um irgendetwas zu holen womit ich ihr den garaus machen konnte (eigentlich bin ich auch bei Ratten nicht mordlustig-aber irgendwann ist das Maß in dem ich meinen Wohnraum mit ihnen teilen möchte voll!). Als ich mein Zimmer wieder betrat sah ich etwas, das ich so kurios fand, dass ich gleich ein Foto machen musste:
Dieses Tier war für mein Verständnis riesig und viel zu haarig! Da nebenan noch Ratten-Trouble war, beschloss ich todesmutig das Wesen selbst aus meinem Zimmer zu verjagen und ins Bett zu gehen. Am nächsten Tag zeigte ich Mum das Foto. Ihre Reaktion: "Did you ill it?!" ich sagte "no" und sie "It is dangerous! It can bite you. You should have killed it! Next time you see one, call Kilonzo to kill it!".
Zum Glück habe ich seitdem keine mehr gesehen.
In den folgenden Tagen sind auch in meinem Zimmer Rattenbabies aufgetaucht. Sie hatten ein Nest unter dem Dach, aus dem sie herausgefallen kamen. Auf und neben meinen Kleiderschrank. Nicht sehr schön.
| Dieses Wesen fand ich einen schönen Sonntags morgens auf meinem Schrank. |
Wir haben dann mehrere Versuche gestartet die Ratten mit einem Gift aus der Apotheke zu beseitigen. Einige haben das auch nicht überlebt. Aber manche sind dagegen scheinbar resistent.
So gingen wir etwas radikaler vor, streuten ein Gift, das auch Menschen töten kann (für umgerechnet 10 Cent im Supermarkt an der Bedienungstheke erhältlich) und das wir am kommenden Morgen, bevor die Kinder aufgestanden waren in der Toilette entsorgt haben. Das tötete dann wirklich alle. Jetzt gab es nur noch ein Problem: Der Gestank der toten Ratten!
So gingen wir etwas radikaler vor, streuten ein Gift, das auch Menschen töten kann (für umgerechnet 10 Cent im Supermarkt an der Bedienungstheke erhältlich) und das wir am kommenden Morgen, bevor die Kinder aufgestanden waren in der Toilette entsorgt haben. Das tötete dann wirklich alle. Jetzt gab es nur noch ein Problem: Der Gestank der toten Ratten!
Es hat ein paar Tage gedauert, bis wir alle gefunden haben. Die Vermutung, dass zwischen Tabeas und meinem Zimmer (die Wand ist innen hohl) auch tote Ratten liegen, brachte uns dazu meine Hälfte der Wand zu entfernen. Dahinter befand sich ein überdimensionales Rattennest. Der Hohlraum war komplett mit Holzspänen, Stroh, abgefressenen Maiskolben, Plastiktüten, anderen Essensresten und Rattenkot ausgestopft. Leichen haben wir nicht gefunden, aber der Gestank war trotzdem kaum erträglich.
Zum Glück hatte ich an diesem Tag ein Desinfektionsmittel für die Badezimmerreinigung gekauft! Damit habe ich dann das Holzgerüst, dass die beiden Sperrholz-Wand-Hälften trägt begossen und auch den Boden geschrubbt, denn da ist das ganze Rattennest bei der Reinigung gelandet. Um den Geruch zu überdecken habe ich einige Nächte Räucherkerzen verbrannt und tagsüber die Tür offen gelassen (sehr zur Freude der Hühner offenbar...die saßen dann nämlich immer mal wieder unter, oder neben meinem Bett).
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